Was ist Reseller-Hosting? Alles, was Sie 2026 wissen müssen
Sie haben bestimmt schon einmal davon gehört: Reseller-Hosting. Aber was ist das genau? Und noch wichtiger: Können Sie damit Geld verdienen? In diesem Artikel erklären wir haarklein, was Reseller-Hosting ist, wie es technisch funktioniert, für wen es sich eignet und welche wichtigsten Vor- und Nachteile es hat. Ob Sie Webdesigner sind und Ihren Kunden Hosting-Pakete anbieten möchten oder als Unternehmer ein Hosting-Unternehmen gründen wollen: Nach diesem Artikel wissen Sie genau, woran Sie sind. Mehr über White-Label-Hosting lesen Sie hier.
Was ist Reseller-Hosting genau?
Reseller-Hosting ist eine Form von Webhosting, bei der Sie als Vermittler zwischen einem Hosting-Anbieter und dem Endnutzer auftreten. Sie kaufen sozusagen einen Teil der Serverkapazität bei einem größeren Anbieter ein und verkaufen diese Kapazität anschließend an Ihre eigenen Kunden weiter, oft unter Ihrem eigenen Markennamen.
Stellen Sie es sich wie einen Großhandel vor: Sie kaufen in großen Mengen zu einem niedrigeren Tarif ein und verkaufen in kleineren Portionen mit einer Marge weiter. Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Webhosting-Paket besteht darin, dass Sie bei Reseller-Hosting mehrere unabhängige Hosting-Accounts anlegen können, jeweils mit eigenen Zugangsdaten, eigenem Speicherplatz und eigener Bandbreite.
Beim Reseller-Hosting von Theory7 erhalten Sie zum Beispiel Zugriff auf eine Verwaltungsoberfläche, mit der Sie ganz einfach neue Kundenaccounts anlegen, Ressourcen zuweisen und Ihre eigenen Pakete zusammenstellen können.
Wie funktioniert Reseller-Hosting technisch?
Um zu verstehen, was Reseller-Hosting ist, müssen Sie wissen, wie es technisch aufgebaut ist. Gehen wir die Architektur Schritt für Schritt durch.
Serverressourcen und Zuweisung
Als Reseller kaufen Sie eine bestimmte Menge an Serverressourcen bei einem Hosting-Anbieter. Denken Sie an:
- Speicherplatz: zum Beispiel 100 GB SSD-Speicher
- Bandbreite: die Menge an Traffic pro Monat
- RAM und CPU: Rechenleistung für Websites
- E-Mail-Konten: für Ihre Kunden
- Datenbanken: MySQL oder MariaDB für CMS-Systeme
Diese Ressourcen teilen Sie anschließend in kleinere Einheiten auf, die Sie Ihren Kunden zuweisen. Sie legen selbst fest, wie viel Speicherplatz, Bandbreite und E-Mail-Adressen jeder Kunde erhält. So können Sie verschiedene Hosting-Pakete anbieten, von einem kleinen Einsteigerpaket bis zu einem umfangreichen Business-Paket.
Das Control Panel: DirectAdmin
Die meisten Reseller-Hosting-Pakete werden mit einem Control Panel geliefert, über das Sie alles verwalten. Bei Theory7 ist das DirectAdmin, ein leistungsfähiges und dennoch benutzerfreundliches Panel. Als Reseller arbeiten Sie auf drei Ebenen:
- Reseller-Ebene: Hier legen Sie Kundenaccounts an, stellen Pakete zusammen und verwalten DNS-Einstellungen
- Benutzerebene: Das sehen Ihre Kunden, wenn sie sich anmelden, mit Zugriff auf ihre eigenen Dateien, Datenbanken und E-Mails
- Domainverwaltung: Pro Benutzer können mehrere Domains verknüpft werden
Das Anlegen eines neuen Kundenaccounts ist buchstäblich eine Frage des Ausfüllens eines Formulars: Benutzername, Domain, Pakettyp, fertig. DirectAdmin erledigt den Rest automatisch, vom Anlegen der Ordnerstruktur bis zur Konfiguration des Webservers.
DNS und Nameserver
Ein entscheidender Bestandteil von Reseller-Hosting ist die DNS-Verwaltung. Wenn ein Kunde eine Domain bei Ihnen hostet, müssen die Nameserver dieser Domain auf Ihren Server zeigen. Beim Reseller-Hosting haben Sie zwei Optionen:
- Nameserver Ihres Anbieters verwenden: einfach, aber Kunden sehen den Namen Ihres Anbieters
- Eigene Nameserver einrichten (White-Label): professioneller, Kunden sehen nur Ihren Markennamen (zum Beispiel ns1.example.com und ns2.example.com)
Diese zweite Option macht Reseller-Hosting für Unternehmer so interessant: Ihre Kunden bemerken nichts vom dahinterstehenden Anbieter.
Das White-Label-Konzept
White-Labeling ist vielleicht das wichtigste Merkmal von Reseller-Hosting. Es bedeutet, dass Sie das Hosting so weiterverkaufen, als wäre es Ihr eigenes Produkt. Ihre Kunden ahnen nicht, dass der Server eigentlich einem anderen Unternehmen gehört.
Bei einem guten Reseller-Hosting-Paket können Sie Folgendes an Ihre eigene Marke anpassen:
- Eigene Nameserver (ns1.example.com)
- Eigenes Logo im Control Panel
- Angepasste Willkommens-E-Mails
- Eigene Paketnamen und Preise
- Ihre eigenen Supportkanäle
Das unterscheidet sich grundlegend vom Affiliate-Hosting, bei dem Sie Kunden einfach an einen anderen Anbieter vermitteln und dafür eine Provision erhalten. Als Reseller sind Sie in den Augen Ihrer Kunden der Hosting-Anbieter.
Für wen eignet sich Reseller-Hosting?
Reseller-Hosting ist nicht für jeden etwas. Besonders interessant ist es für die folgenden Zielgruppen:
Webdesigner und Agenturen
Das ist mit Abstand die größte Gruppe von Resellern. Wenn Sie Websites für Kunden erstellen, liegt es nahe, auch das Hosting zu übernehmen. Sie haben bereits den gesamten Kundenkontakt, kennen die Anforderungen Ihrer Kunden und können Hosting als zusätzliche Dienstleistung anbieten. Statt Ihre Kunden an einen externen Hosting-Anbieter zu verweisen (und die Kontrolle zu verlieren), hosten Sie alles selbst.
IT-Profis und Systemadministratoren
Wenn Sie bereits technisches Wissen haben, ist Reseller-Hosting ein relativ einfacher Weg, eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen. Sie können Server verwalten, Probleme lösen und mit Ihrer Expertise zusätzlichen Wert schaffen. Viele IT-Berater nutzen Reseller-Hosting, um ihr Leistungsangebot abzurunden: Sie bieten nicht nur Beratung und Wartung an, sondern auch das Hosting selbst. Das stärkt die Kundenbeziehung und sorgt für stabile monatliche Einnahmen.
Unternehmer, die ein Hosting-Unternehmen gründen möchten
Reseller-Hosting ist der zugänglichste Weg, ein Hosting-Unternehmen zu gründen. Sie brauchen keine eigenen Server, kein Rechenzentrum und keine große Investition. Die Einstiegshürde ist so niedrig, dass Sie schon ab ein paar Euro pro Monat starten und Schritt für Schritt aufbauen können. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel darüber, wie Sie Reseller-Hosting als Business starten.
Unternehmen mit mehreren Websites
Haben Sie selbst fünf oder mehr Websites? Dann ist ein Reseller-Paket oft günstiger als fünf einzelne Hosting-Pakete. Sie erhalten mehr Kontrolle und zahlen unterm Strich weniger.
Reseller-Hosting vs. Shared Hosting vs. VPS
Um gut zu verstehen, wo Reseller-Hosting in der Hosting-Landschaft einzuordnen ist, hilft ein Vergleich mit anderen Hosting-Formen.
| Merkmal | Shared Hosting | Reseller-Hosting | VPS-Hosting |
|---|---|---|---|
| Eigene Kundenaccounts | Nein | Ja | Ja (mehr Aufwand) |
| White-Label möglich | Nein | Ja | Ja |
| Technisches Wissen nötig | Minimal | Grundkenntnisse | Fortgeschritten |
| Root-Zugriff | Nein | Nein | Ja |
| Preis (Richtwert) | 2 € bis 10 €/Monat | 5 € bis 25 €/Monat | 15 € bis 80 €/Monat |
| Skalierbarkeit | Begrenzt | Gut | Ausgezeichnet |
| Serververwaltung | Anbieter | Anbieter | Selbst (Managed-Option) |
Der große Vorteil von Reseller-Hosting gegenüber einem VPS ist, dass Sie sich nicht um die Serververwaltung kümmern müssen. Der Hosting-Anbieter (in diesem Fall Theory7) sorgt für Server-Updates, Sicherheit, Verfügbarkeit und technische Wartung. Sie konzentrieren sich ganz auf den Weiterverkauf und Ihre Kunden. Um Kernel-Updates, Firewall-Konfiguration oder DDoS-Schutz müssen Sie sich keine Gedanken machen: Das übernimmt der Anbieter alles für Sie.
Im Vergleich zu Shared Hosting bietet Reseller-Hosting deutlich mehr Kontrolle und Flexibilität. Bei Shared Hosting teilen Sie sich einen Server mit anderen Nutzern und haben wenig Einfluss auf Leistung oder Konfiguration. Als Reseller haben Sie mehr garantierte Ressourcen, können mehrere unabhängige Accounts verwalten und bestimmen selbst, wie die Ressourcen auf Ihre Kunden verteilt werden. Außerdem können Sie mit Reseller-Hosting eine eigene Marke aufbauen, was bei Shared Hosting schlicht nicht möglich ist.
Vorteile von Reseller-Hosting
Hier die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Niedrige Einstiegshürde: Sie brauchen keine eigenen Server und kein Rechenzentrum, schon ab wenigen Euro pro Monat
- Passives Einkommen: Einmal eingerichtet, bringen Hosting-Pakete jeden Monat wiederkehrende Einnahmen
- White-Label-Möglichkeiten: Bauen Sie Ihre eigene Marke auf, ohne dass Kunden den dahinterstehenden Anbieter kennen
- Keine Serververwaltung: Der Anbieter kümmert sich um alle technischen Belange, von Updates bis Sicherheit
- Skalierbar: Fangen Sie klein an und wachsen Sie mit, upgraden Sie Ihr Paket, wenn Sie mehr Kunden gewinnen
- Alles aus einer Hand: Bieten Sie Ihren Kunden Hosting, E-Mail und Domains aus einer Hand an
Nachteile und worauf Sie achten sollten
Ehrlich währt am längsten. Reseller-Hosting hat auch Nachteile:
- Abhängigkeit von Ihrem Anbieter: Fällt der Server Ihres Anbieters aus, sind alle Ihre Kunden offline. Wählen Sie deshalb einen zuverlässigen Anbieter mit nachgewiesener Verfügbarkeit
- Verantwortung für den Support: Ihre Kunden wenden sich an Sie, nicht an den Anbieter. Sie müssen also Support leisten können, und sei es nur auf Basisniveau
- Wettbewerb: Der Hosting-Markt ist hart umkämpft. Sie müssen sich durch Service, Preis oder Nische abheben
- Eingeschränkte Kontrolle: Sie haben keinen Root-Zugriff auf den Server, daher sind manche fortgeschrittenen Konfigurationen nicht möglich
- Margen können knapp sein: Bei wenigen Kunden sind die Margen begrenzt. Richtig interessant wird es erst ab 10+ Kunden
- Kein Root-Zugriff: Für manche fortgeschrittenen Konfigurationen wie eigene Apache-Module oder eigene PHP-Erweiterungen brauchen Sie einen VPS
Das Geschäftsmodell hinter Reseller-Hosting
Der Kern des Geschäftsmodells ist einfach: Sie kaufen zu einem festen Betrag ein und verkaufen mit einer Marge weiter. Ein konkretes Beispiel:
- Sie kaufen bei Theory7 ein Reseller-Paket für 9,99 € pro Monat
- Sie legen 10 Kundenaccounts an, jeweils mit einem Paket für 7,99 € pro Monat
- Ihr Umsatz beträgt 79,90 € pro Monat, Ihre Kosten betragen 9,99 €
- Ihr Nettogewinn beträgt 69,91 € pro Monat
Je mehr Kunden Sie gewinnen, desto stärker steigt Ihr Gewinn exponentiell, während Ihre Fixkosten kaum zunehmen. Das macht Reseller-Hosting zu einem attraktiven Modell für alle, die bereit sind, am Anfang etwas Zeit zu investieren. Wie Sie das konkret aufsetzen, lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel Reseller-Hosting erklärt.
Worauf sollten Sie bei der Wahl eines Reseller-Hosting-Anbieters achten?
Nicht jeder Anbieter eignet sich als Basis für Ihr Reseller-Business. Achten Sie auf die folgenden Punkte:
Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit
Das ist das Allerwichtigste. Ist der Server regelmäßig offline, verlieren Sie Kunden, und in der Hosting-Welt sprechen sich schlechte Erfahrungen über Bewertungen und Mundpropaganda schnell herum. Suchen Sie einen Anbieter mit mindestens 99,9 % Verfügbarkeitsgarantie und einer nachweislich guten Bilanz über mehrere Jahre. LiteSpeed-Webserver schneiden dabei nachweislich besser ab als klassische Apache-Konfigurationen, nicht nur bei der Geschwindigkeit, sondern auch bei der Stabilität unter Lastspitzen.
White-Label-Optionen
Prüfen Sie, ob Sie eigene Nameserver einrichten, das Control Panel mit Ihrem eigenen Branding versehen und E-Mail-Benachrichtigungen anpassen können. Je vollständiger die White-Label-Optionen, desto professioneller treten Sie auf.
Support des Anbieters
Als Reseller sind Sie die erste Anlaufstelle für Ihre Kunden. Wenn Sie aber selbst nicht weiterkommen, müssen Sie sich schnell an den Anbieter wenden können. Schneller, kompetenter Support ist unverzichtbar.
Skalierbarkeit
Können Sie einfach upgraden, wenn Sie wachsen? Gibt es größere Pakete? Sie wollen nicht mittendrin zu einem anderen Anbieter umziehen müssen.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Der günstigste Anbieter ist nicht immer der beste. Achten Sie darauf, was Sie für Ihr Geld bekommen: SSD-Speicher, LiteSpeed, kostenloses SSL, tägliche Backups und die Art des Control Panels. Beim Webhosting von Theory7 erhalten Sie all das standardmäßig, auch in den Reseller-Paketen.
Was kostet Reseller-Hosting?
Die Kosten für Reseller-Hosting unterscheiden sich stark je nach Anbieter und Paket. In den Niederlanden zahlen Sie für ein Basispaket zwischen 2 € und 10 € pro Monat. Umfangreichere Pakete mit mehr Speicherplatz, Bandbreite und Kundenaccounts kosten in der Regel 10 € bis 25 € pro Monat. Neben den Paketkosten sollten Sie eventuelle Kosten für eine Abrechnungsplattform (etwa WHMCS), Ihre eigene Domain und eine professionelle Website einplanen.
Am wichtigsten ist, dass die Kosten planbar und niedrig genug sind, um schon mit wenigen Kunden profitabel zu sein. Anders als bei einem VPS oder Dedicated Server, bei dem Sie schnell 50 € bis 200 € pro Monat ausgeben, bevor Sie den ersten Kunden haben, können Sie mit Reseller-Hosting mit einer minimalen Investition starten.
Mit Reseller-Hosting starten
Sind Sie überzeugt, dass Reseller-Hosting das Richtige für Sie ist? Dann ist der Einstieg überraschend einfach:
- Wählen Sie einen zuverlässigen Anbieter: Vergleichen Sie Anbieter nach Verfügbarkeit, Support und White-Label-Optionen
- Wählen Sie ein Reseller-Paket: Fangen Sie nicht zu groß an, upgraden können Sie jederzeit
- Konfigurieren Sie Ihr Branding: Richten Sie eigene Nameserver ein und passen Sie das Control Panel an
- Stellen Sie Ihre Pakete zusammen: Legen Sie fest, welche Hosting-Pakete Sie zu welchem Preis anbieten
- Finden Sie Ihre ersten Kunden: Beginnen Sie in Ihrem bestehenden Netzwerk, vor allem wenn Sie bereits Websites erstellen
Möchten Sie tiefer einsteigen? Dann sehen Sie sich unsere komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Start eines Reseller-Hosting-Business an. Und wenn Sie sofort loslegen möchten, sehen Sie sich die Reseller-Hosting-Pakete von Theory7 an.